Pressemitteilung
Augsburg/Schwaig 26. August 2025
Caravaning in Deutschland: Hohes Interesse trifft auf Kaufbarrieren
- Caravaning-Affine sind jünger, kaufkräftiger, digitaler
- Viele Kaufinteressierte sind Erstkäufer
- Unterhaltskosten und Abstellplätze bremsen Kaufentscheidungen
Das Caravaning-Interesse in Deutschland ist weiterhin stabil auf hohem Niveau: Rund 19 Mio. Menschen beschäftigen sich mit Reisemobilen und Wohnwagen – sei es als Besitzer, Mieter oder mit konkretem Interesse an Kauf oder Miete. Eine aktuelle repräsentative Studie bietet im Vorfeld zum Caravan Salon in Düsseldorf (ab dem
29. August 2025) einen genauen Blick auf einen Markt voller Chancen und Herausforderungen.
Das Interesse an Reisemobilen und Wohnwagen ist in Deutschland weiterhin sehr groß, unter den Interessierten sind viele, die zum ersten Mal ein Fahrzeug erwerben möchten und verantwortungsvolles Reisen ist ein Hauptmotiv – dies sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen, bevölkerungsrepräsentativen Caravaning-Studie in Deutschland. Die von der gsr Unternehmensberatung in Augsburg und den Marktforschern von MiiOS in Nürnberg initiierte, jährliche Befragung dient als wertvolle Grundlage für strategische Überlegungen von Herstellern, Händlern und Anbietern von Dienstleistungen sowie im Tourismus-Management und in der Politik.
Jünger, kaufkräftiger, digitaler und weiblicher
Befragt wurden im Juli und August 10.641 Menschen in Deutschland (18-80 Jahre) zu ihrem Caravaning-Interesse und etwaigen Präferenzen. Demnach interessieren sich weiterhin rund 19 Mio. Menschen in irgendeiner Weise für Reisemobile und Wohnwagen – sei es als Besitzer, Mieter oder mit der Absicht zum Kauf oder der Miete eines Fahrzeugs in nächster Zeit. Damit wird das schon hohe Niveau des Vorjahres bestätigt und das Interesse geht quer durch die Gesellschaft. Caravaning-affine sind im Vergleich zu Menschen ohne Interesse jünger (43 zu 52 Jahre), kaufkräftiger (plus 1.000 Euro mehr Haushaltsnettoeinkommen) und digitaler (Anteil „Early Adopter“ viermal höher). Zudem sind die Bildungsabschlüsse auf höherem Niveau und in der längerfristigen Entwicklung steigt der Anteil der Frauen auf über 40 Prozent. Ein weiterer Unterschied liegt im höheren Interesse insbesondere bei Haushalten mit drei und mehr Personen.
Erneut gestiegen ist der Anteil der Befragten, die auf ökologische Aspekte achten – inzwischen jeder Zweite. Aktuelle Trendthemen aus dem Automobilgeschäft spiegeln sich auch bei Reisemobilen: 40 Prozent geben an, dass ein Angebot mit elektrischem Antrieb wichtig sei, ebenfalls 40 Prozent können sich die Anschaffung eines Reisemobils aus China vorstellen.
Mehr Besitzumschreibungen, weniger Neuzulassungen
Der Markt präsentiert sich zur Leitmesse in Düsseldorf per Ende Juli 2025 uneinheitlich: Zuwächsen bei den Besitzumschreibungen (plus 4,7 Prozent bei Reisemobilen und plus 2,7 Prozent bei Wohnwagen) stehen rückläufige Neuzulassungen (minus 4,6 Prozent bei Reisemobilen, minus 9,8 Prozent bei Wohnwagen) gegenüber. Der Studie zufolge sind die Neufahrzeugpreise sowie gestiegene Unterhaltskosten und der Abstellplatz eines erworbenen Fahrzeugs wesentliche Kaufbarrieren. Die Studie prognostiziert für 2025 etwa 100.000 Neuzulassungen und 200.000 Besitzumschreibungen von Caravaning-Fahrzeugen.
Viele Erstkäufer und Trend zu kompakten Modelle
Industrie und Handel können sich über ein weiterhin großes Interesse von Erstkäufern freuen: 58 Prozent der in nächster Zeit am Kauf Interessierten geben an, dass es der erste Erwerb eines Reisemobils oder Wohnwagens wird. Im Trend liegen mit plus
47 Prozent vor allem kompakte Fahrzeuge wie Campervans und Kastenwagen. Unverändert hoch ist der Transfer von Mietkunden zu Kaufkunden – jeder zweite Kaufinteressent gibt an, im Vorfeld ein Fahrzeug gemietet zu haben. Die noch relativ junge Produktgruppe Dachzelte gewinnt zunehmend an Relevanz. Hier liegen nicht nur direkte Geschäftspotenziale für den Caravaning-Handel, sondern auch ein Zugang zu Aufsteigern: Jeder vierte Besitzer eines Dachzeltes denkt über ein Reisemobil oder Wohnwagen nach.
Statements
Niklas Haupt, Geschäftsführer MiiOS GmbH: „Das Interesse an Reisemobilen und Wohnwagen ist weiterhin enorm in Deutschland. Entsprechend groß ist das Potenzial für Hersteller und Handel, mit neuen, insbesondere kompakten und nachhaltigen Produkten Impulse zu setzen.“
Sabine Weber, Senior Analyst Caravaning, gsr Unternehmensberatung GmbH: „Der Beratungsbedarf bei Reisemobilen und Wohnwagen geht weit über die Produkte hinaus. Wenn Hersteller und Handel wachsen wollen, müssen auch Themen wie Unterhaltskosten aktiv angesprochen und Barrieren herabgesetzt werden.“
Alle Studien der Initiative Focus Caravaning entstehen in Kooperation mit erfolgreichen Marktplayern: Dem Fachtitel Auto Bild Reisemobil, CMT – Die Urlaubsmesse, dem Finanzdienstleister akf bank, der Nürnberger Versicherung mit dem Spezialversicherer Jahn & Partner sowie PiNCAMP, dem führenden Caravaning-Buchungsportal. Digitalpartner sind Caravana und Caravanmarkt 24.